‚Software Libre‘ in Spanien – Professionelle freie Software in der Bildung

Zum Artikel: „Andalusien bringt weitere 220.000 Linux-Desktops in die Schulen“ (pro-linux.de vom 11. Sept. 2012)

Der Begriff ‚Software Libre‚ hat nichts mit Sozialromantik zu tun und ist auch kein Getränk für ProgrammiererInnen: Es ist schlicht die spanische Bezeichnung für ‚freie Software‚. In Spanien (und vielen weiteren Ländern und Deutschland) ist freie Software im Rahmen öffentlicher Verwaltungen und/oder Bildungseinrichtungen ausgesprochen weit verbreitet. Es ist schwierig, ohne Kenntnisse der spanischen Sprache einen wirklich authentischen Einblick in den Umgang mit der Thematik zu erhalten, die Informationen über den Einsatz von Linux in der spanischen Bildungslandschaft stammen aus den öffentlichen Medien. Aber was dort abgebildet wird, ist ein deutliches, selbstbewusstes Statement für freie Software, im Kern häufig ein Linux-Desktop: „Im Mai [2009] hatten Ankündigungen des spanischen Premierministers José Luis Rodriguez Zapatero, 450.000 Laptops an Schulen geben zu wollen, für Kontroversen gesorgt. Zapatero wollte die mobilen Rechner mit Microsoft Windows verteilen. Sein Plan wurde von der eigenen Partei kritisiert, welche nur freie Software auf den Laptops sehen wollte.“ (Quelle: Pro-Linux.de, 22. Sept. 2009)

Geld verdienen mit dem Linux-Support

Interessant ist, dass die andalusische Regionalregierung den technischen Support mit einem sog. CGA – Advanced Management Centre zentral organisiert. Die Ausschreibung  für diesen Support gewann die spanische Fa. Isotrol, die offenbar auch Canonical, Hauptentwickler der Linux-Distribution Ubuntu, einbezieht. Das bestätigt, dass mit einem Linux-Desktop durchaus Geld verdient werden kann und Anwender auf einen professionellen Support setzen können, wenn der Marktführer für Betriebssysteme nicht zum Zuge kommt. Hier profitieren eher kleine, mittelständische Unternehmen. In deutschen Schulen setzen Firmen wie Univention ähnliche Akzente.

Spanische Ansichten

Wie schaut denn der auf Ubuntu aufbauende Linux-Schul-Desktop denn nun aus? Etwas überraschend, dass nach dem Start von der DVD auch die Möglichkeit einer deutschen Version angezeigt wird. Weniger überraschend, dass die Distribution vollgepackt mit Lernsoftware ist – die Paketquellen von Linux sind reich an guter Software zu allen Lehr- und Lernfeldern.

Es bleibt übrig: ‚Descargar ahora‘, wenn Sie sich selber ein Bild machen möchten – hier und jetzt herunterladen und als Live-DVD direkt oder in einer virtuellen Maschine ausprobieren!

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