Eine kleine Wikipedia in der Schule – Nutzung der Mediawiki-Software – Teil I

Die Wikipedia gehört zu den Top-Ten der weltweit populärsten Webseiten (Quelle: Alexa.com). Berühmt-berüchtigt ist sie im schulischen Zusammenhang: Viele LehrerInnen nutzen sie zur eigenen Recherche und schätzen die Kompaktheit der Inhalte. Dass SchülerInnen Texte für Referate und Unterrichtspräsentationen übernehmen, lässt die Nutzung der Wikipedia aber auch problematisch erscheinen:

  • Wissenschaftsorientierung der (deutschen) Wikipedia: Die Sprache in den Artikeln ist häufig so weit verdichtet, dass besonders in der Haupt- und Realschule bzw. der Sekundarstufe I die Inhalte nicht verstanden werden. Kennzeichen dafür ist die unreflektierte Verwendung von Fremdworten in den Referaten.
  • Fehlende Quellenangaben: Die Texte der Wikipedia stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, wie sie in den Nutzungsbedingungen beschrieben ist. Zur Verwendung von Texten und Medien, von denen man nicht selber der Urheber ist, ist eine saubere Quellenangabe unabdingbar. Nicht nur SchülerInnen verletzen diesen Grundsatz häufig.
  • Unkritischer Umgang mit den Inhalten: Da der Entstehungsprozess der Artikel häufig unbekannt ist, werden Inhalte unkritisch übernommen. Bis in den universitären Bereich, in denen das Studium der Quellen und Sekundärliteratur unverzichtbar ist, werden Wikipedia-Inhalte als überprüft und gültig angesehen, obwohl sie das nicht uneingeschränkt sind.
  • Konsumieren statt Teilhabe: Weit verbreitet ist die Nutzung der Inhalte, ohne eigene Beiträge zu leisten. Die Wikipedia kämpft mit der Tatsache, dass es zu wenige Autoren gibt und Autorinnen noch rarer gesät sind.

Wikipedia: Viel mehr als Suchen, Finden und Kopieren…

Für den Normalnutzer erscheint die Wikipedia wie ein Monolith: Es gibt viel Inhalt in Form von Text und Bildern und eine Suchfunktion, die die Inhalte auffindet. Vielen ist auch bekannt, dass ‚alle an der Wikipedia irgendwie‘ mitarbeiten können. Dass die Wikipedia aber weitab von statisch und völlig anders gestrickt ist als der goldbedampfte und ledergebundene Brockhaus in dreißig Bänden, ist keine weit verbreitete Erkenntnis.
Was ein ‚Wiki an sich‘ ist und warum ein Wiki fast perfekt das kooperative Arbeiten in der Schule unterstützt, erklärt ein Film:

Link:  — Dieses Video ist leider nicht mehr verfügbar —

Die vielfältigen Möglichkeiten eines Wikis in der Schule sind in einer Link-Sammlung im ZUM-Wiki zusammengefasst, eine Schweizer Seite  erklärt die Nutzung sehr detailliert. Die Einrichtung eines Wikis für eine Lerngruppe, eine Klasse, eine Stufe oder eine ganze Schule ist ein großartiges Vorhaben. Wird es wie die große Wikipedia enzyklopädisch (es gibt viele andere Verwendungen!) genutzt, ergeben sich viele Lernfelder:

  • Korrektes, verständliches Schreiben
  • „Das ist mein Text/Bild/multimedialer Inhalt!“ – Sensibilisierung für das Urheberrecht, das damit jede Einzelne betrifft
  • „Moment mal, was hast Du denn da geschrieben?“ – Nicht alles, was geschrieben ist, ist auch richtig – kritisches Hinterfragen von Inhalten!
  • „Das ist mein Artikel!“ – Jede/r kann sich einbringen und auf verschiedener Ebene einen Beitrag leisten.
  • „Das ist unser Wiki!“ Üben kooperativen Arbeitens
  • Üben sachlicher Auseinandersetzung in der Diskussion

Wie kommt man an ein – sicheres – Wiki?

Die Wikipedia nutzt die Open-Source-Software Mediawiki. Inzwischen versorgen Webhoster Kundinnen und Kunden mit einer einfachen Installation von Mediawiki, teilweise ganz ohne Kenntnisse über Server und Datenbanken. Angeboten werden Pakete, die häufig unter 10€ pro Monat liegen, unter verschiedenen Namen:  One-Klick-Installation beim großen Webhoster Strato, oder Multi-Installer beim kleinen Brandenburger Provider Bytecamp.

Ganz wichtig: Wenn auch die Installation inzwischen selbst sehr einfach ist, muss das Wiki danach noch abgesichert werden, da sich andernfalls sog. Bots (automatische Programme) für das Wiki registrieren und es innerhalb kurzer Zeit mit unsinnigen Einträgen verwüsten (Auf dem Bild sieht man die automatisch erstellten Benutzer und ihre ‚Beiträge‘ zum Wiki):

Da die Absicherung leider nicht trivial ist, wird doch Unterstützung von jemandem nötig, für den FTP und PHP keine völlig fremden Abkürzungen sind. Notfalls macht dies – in der Regel kostenpflichtig – der Provider.

Ist das Wiki eingerichtet, kann es thematisch völlig frei losgehen mit der Arbeit an einem kooperativen Projekt.

Hier geht es zum zweiten Teil des Projektberichtes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.