Tablet-PCs im Unterricht – Das Betriebssystem und die Datensicherheit

 Der Autor ist in den 80er Jahren aufgewachsen. Captain Kirk, Spok und sein Kollege Scotti treiben sich in der Fernsehserie ‚Raumschiff Enterprise‘ auf fernen Planeten herum. Ausgerüstet mit allerlei Hightech für Kommunikation, Analyse und Bewaffnung. Herrlich, wenn die Besatzungsmitglieder ihr ‚Handy‘ schwungvoll auf- und zuklappen. Gab es jemals eine Patentklage der Enterprise-Macher gegen Klapphandy-Hersteller?

Der überzeugende Formfaktor ‚Tablet‘

Moderne Tablet-PCs (und Smartphones) sind ausgesprochen multimediale Geräte. Mit leistungsfähigen Prozessoren, viel Arbeitsspeicher, Kamera, GPS, WLAN, Bluetooth, Mikrophon, Lautsprechern, Lagesensoren, USB-Ports, gut funktionierenden Bildschirmtastaturen oder andockbaren Tastenmodulen, Kartenlesemöglichkeiten und langen Akkulaufzeiten sind sie technisch sehr weit entwickelt.

Fast zwangsläufig loten LehrerInnen aus, welche Funktionen dieser Geräte einen Mehrwert für die didaktische Arbeit (und natürlich das persönliche Leben) bringen. Ob für die Dokumentation, die Präsentation, das Üben oder die Informationsbeschaffung, das Erstellen von Dokumenten oder auch die digitale Kreativität, der Formfaktor ‚Tablet‘ ist sehr überzeugend.

Der wichtige Aspekt der Datensicherheit

Neben der Hardware rückt aber die Software in den Mittelpunkt: Das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme (Apps). Und hier fängt es an, schwierig zu werden. Wer sich mit einem Android-Tablet beschäftigt, kann schon ins Grübeln kommen, welche weitreichenden Berechtigungen harmlose Apps einfordern. Gleiches gilt übrigens auch für Apple-Geräte wie das Ipad, nur dass deren Daten offenbar im enger umrissenen Apple-Kosmos verarbeitet werden (Apple Datenschutzrichtlinie).

(Screenshot einer App aus dem Android-Market, heute: PlayStore)

SchülerInnen sind eine lohnenswerte Konsumentengruppe. Für die Unternehmen ist es von großem Vorteil, sich mit dieser Klientel zu beschäftigen, einmal als Analyseziel („Was bevorzugen Kinder und Jugendliche„) aber eben auch als zukünftige Käuferschicht („Wir binden die Kinder und Jugendlichen möglichst früh an das Unternehmen„). Es wäre schön, wenn man wüsste, ob und welche persönlichen Daten von SchülerInnen vom Betriebssystem oder den Programmen verarbeitet werden, die auf dem Gerät abgelegt sind.

Vom Umgang mit dieser Unsicherheit

  • Das Kind ist sowieso schon im Brunnen!“ – Eine Mehrheit der SchülerInnen sind in den großen Sozialen Netzwerken  (Kernergebnisse der JIM-Studie 2010). Dabei haben sie bisher schon so viele Daten preisgegeben, dass es unerheblich ist, ob diese durch durch ein proprietäres System ergänzt werden. Was aber mit SchülerInnen, die sich entschieden haben, nicht an diesen Netzwerken teilzunehmen?
  • Augen zu und durch“ – Das Datensammeln der Konzerne hat bisher noch kaum jemandem fühlbar mehr persönliche Werbung eingebracht. Also warum die Kröte nicht schlucken und die Vorteile der Systeme nutzen? Das scheint dann wohl der Preis zu sein? Im Gegenteil: Für teuer erkaufte Geräte könnte man wenigstens den Anspruch formulieren, dass dann die Daten gut gesichert und geschützt sind. Das sind sie nicht!

Quelloffene Alternativen

„Wo sind die Alternativen?“ – Die Antwort lautet wiederum OpenSource! Nur wenn die Quelltexte des Betriebssystems und der Anwendungen frei einsehbar sind, kann auch beurteilt werden, was mit den Daten auf den Geräten geschieht. Eine zukunftsweisende Entwicklung ist KDE Plasma Active, das bereits im jetzigen Stadium eine ernstzunehmende Alternative darstellt.

(Quelle: plasma-active.org)

Hoch interessant ist vor allen Dingen, dass mit diesem Betriebsystem, das für unterschiedliche Hardware bereits getestet ist, der große Kosmos der KDE-Education-Apps aufgeschlossen wird.
Absolut spannend ist es, wie lange es dauert, dass KDE-Plasma-Active genauso leistungsfähig und hochwertig gestaltet ist wie die vielen Linuxdistributionen.

Schick ist es jetzt schon!

2 Gedanken zu „Tablet-PCs im Unterricht – Das Betriebssystem und die Datensicherheit“

  1. Ich finde die unterschiedlichen Interessenlagen der Konzerne (Datensammeln für aktuelle und künftige Werbung und die Bindung an Produkte) zu denen, die mit quelloffenen Anwendungen, offenen Standards und freien Formaten vermutlich erst überhaupt in der Lage sind, nachhaltig eine medienkritische Bildung zu entwicklen und zu unterstützen, gut dargestellt. Ergänzen könnte man, dass ökonomisch bedingte Bildungsbarrieren im Bereich der Medien ausschließlich mit quelloffenen (und Lizenzkostenfreien) Anwendungen verhindert werden kann..

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