Die Zeit ist reif für den Linux-Desktop

Bereits vor einigen Jahren ist Open-Source-Software in der Schule angekommen. Zuerst waren es kleine Programme, zumeist nützliche Helferlein, später dann große Anwendungen wie der Browser Firefox, der Medienspieler VLC oder gar eine komplette Office-Suite wie OpenOffice bzw. Libre-Office.

Nur der Desktop blieb fest in Microsoft-Hand. Windows ist auf den meisten Rechner bereits vorinstalliert, sodass es für viele Schulen bzw. Schulträger bisher auf den ersten Blick kaum Anlass gab über Alternativen nachzudenken. Linux galt als Betriebssystem für Frickler, für die das Herumtüffteln am Rechner Hobby ist.

Aber Dinge ändern sich. Mittlerweile gibt es Linux-Distributionen, die nicht nur in der Funktionalität, sondern auch, was manchmal sogar fast wichtiger ist, in der Bedienung dem Platzhirsch Windows das Wasser reichen können. Als Beispiel soll hier das beliebte Ubuntu genannt werden, welches jede halbe Jahr in einer neuen Version herauskommt und neben einer ansprechend gestalteten Oberfläche ein umfangreiches Paket an freier Software gleich mitliefert.

Was können Schulen tun? Zumindest eines: Ausprobieren! Viele Linux-Distributionen bieten die Möglichkeit das System per Live-CD bzw. USB-Stick zu booten, ohne es installieren zu müssen. So kann sich jeder einen ersten Eindruck verschaffen. In einem zweiten Schritt wäre dann eine Mulit-Boot-Installation denkbar, sodass der Anwender bei jedem Start auswählen kann, ob er nun mit Linux oder Windows arbeiten möchte. Ob dann in einem dritten Schritt ganz auf Windows verzichtet wird, muss sicher anhand der jeweiligen Anforderungen jede Schule individuell beantworten.

Eines aber ist, zumindest aus Sicht des Autoren, klar: Der Umstieg auf den Linux-Desktop lohnt sich!

Ein Gedanke zu „Die Zeit ist reif für den Linux-Desktop“

  1. Linux als Desktop? Seit Januar 2008 haben wir im Landkreis mehrere Linux-Projekte initiiert, Sie sind bisher alle gescheitert. Warum? Die Gründe waren vielfältig, teils systembedingt im Projekt. Durch alle Projekte zogen sich aber immer wieder die gleichen Probleme:

    Der Desktop, er ist halt anders. Die Schüler hatten damit keine Probleme, mit ihrer verspielten Kreativität haben Sie die erweiterten Möglichkeiten des Linux-Desktops gegenüber der Windows-Variante schnell gefunden und produktiv umgesetzt. Es waren die Lehrer, Sie konnten sich mit dem Linux-Desktop nicht anfreunden. Er war ja anders, anders als auf dem Windows-Rechner am heimischen Schreibtisch. Die Bereitschaft sich auf einen neuen Desktop einzulassen war gleich null, man hatte sich ja gerade erst an Windows gewöhnt. Wobei „gerade“ einen Zeitraum von ca. 5 Jahren umfasst.

    Ein anderes Problem war die Software die allgemeine Software läuft unter Windows, Office, Grafik, Multimedia, alles kein Problem. Das Problem ist die spezielle Software. Die Schulbuchverlage entwickeln ihre Software primär für Windows, mitunter gibt es eine Variante für Mac OS, da viele Verlage mit dem Mac arbeiten. Eine Version für Linux – Fehlanzeige, zu teuer in der Entwicklung, zu wenig User. Spätestens jetzt beißt sich die Katze in den Schwanz. Auch die meisten Anbieter von Lernsoftware haben sich in punkto Linux nicht mit Ruhm bekleckert. Eine Linux-Variante sucht man bei den meisten Anbietern vergeblich.

    Die Wartung, eigentlich einfacher als bei Windows. In vielen Schulen findet sich ein Kollege, der erweiterte Windows-Kenntnisse besitzt, er hat dann die Aufgabe die Rechner der Schule zu warten. Teils völlig auf sich allein gestellt, manchmal mit Unterstützung des Schulträgers. Bei Linux sieht dies ganz anders aus.

    Auch ein sanfter Umstieg auf Linux, eine Parallelinstallation ist ja technisch kein Problem, scheitert am Wartungskonzept vieler Schulen. Das schnelle Rückspielen einer Installation zerschießt nicht selten den Boot-Manager.

    Ist es überhaupt noch sinnvoll sich über Betriebssysteme zu unterhalten? Den Blick nach vorne gerichtet sehe ich am Horizont Wolken, viele Wolken. Nein, nicht die, die schlechte Stimmung verbreiten sondern die Cloud (Niedersachsen appt). Wenn die Schule mit ihren Schülern in der Cloud arbeitet hat sich die Frage des Betriebssystems erledigt. Dann laufen die Apps im Browser, auf dem Pad, Pod, Phone bzw. auf dem Android.

    Wir sollten an die Verlage appellieren, ihre Software cloud- oder zumindest browserfähig zu machen. Der Oettinger-Verlag hat mit Antolin hier sicherlich eine gute Vorlage gegeben.

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